Einführung
Allein in Deutschland leben ca. 130.000 blinde Menschen. Etwa ein Viertel
dieser Menschen ist an degenerativen Netzhauterkrankungen erblindet. Bis heute
gibt es kein Produkt, welches das Sehvermögen von Menschen, die aufgrund von
Netzhautdegeneration wie Retinitis pigmentosa oder altersbedingter Makula-Degeneration
erblindet sind, wieder herstellen kann.
Für wen ist die Behandlungsmethode geeignet?
Die im Forschungsstadium befindliche Behandlungsmethode ist für Blinde
geeignet, deren Sehnerven und die dazugehörigen Hirnregionen noch intakt sind,
wie es z.B. bei der erblichen Netzhauterkrankung Retinitis Pigmentosa der Fall
ist.
Der eingesetzte Netzhaut-Chip übernimmt die Funktion der abgestorbenen
Sehzellen. Anschließend leistet die Netzhaut die für die Bilderkennung wichtige
Übersetzungsarbeit. Die elektrischen Impulse werden über die Sehnervenfasern an
die Sehrinde des Gehirns weitergeleitet und ermöglichen dort die
Seh-Wahrnehmung.
Die Forscherteams waren vor vielfältige Fragen gestellt, die erfolgreich
gelöst wurden, u.a. ob sich ein Fremdkörper dauerhaft unter die Netzhaut in die
Nähe der Stelle des schärfsten Sehens platzieren lässt, wie haltbar die
Chip-Materialien in den Augenflüssigkeiten sind oder inwieweit die Signalstärke
aus den winzigen Photodioden ausreicht, um die Nachrichtenkette ins Gehirn
anzustoßen. Erforscht werden mussten auch die Schwellen für die elektrische
Reizung von Sehnervenzellen. Die Studie wurde an der Universitäts-Augenklinik
Tübingen in Zusammenarbeit mit der Universitäts-Augenklinik Regensburg
durchgeführt. Die Implantationen und Funktionsuntersuchungen fanden in Tübingen
statt.
Für Nachfragen zur Behandlungsmethode steht ab dem 15.03.2007 ein
Servicetelefon unter der Nummer +49 (0) 71 21 - 36 403 0 zur Verfügung.
Die Grundlagen für diese Technologie wurden seit 1995 von einem Verbund von
namhaften Kliniken und Instituten entwickelt. Die Retina Implant AG ist eine
Ausgründung aus diesem Verbund, an dem die Universitäts-Augenkliniken Tübingen
und Regensburg, das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der
Universität Tübingen (NMI), das Institut für Mikroelektronik Stuttgart (IMS)
sowie das Institut für Physikalische Elektronik der Universität Stuttgart
beteiligt sind.
Für blinde Internetnutzer gibt es
barierrefreie Artikel zum Forschungsstand als PDF zum Download.